Spiel und Spaß
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in der Schulküche
Familienbesuch bei Kanze
Benedictus-Chor
Alltag mit dem Infusionsrucksack
Rumänien 2016
Heuwagen
1. internationale Wilkie-Treffen 2015
"steriler" Arbeitsplatz in Kenia

Seit einem Jahr sagt der Gefäßchirurg, dass ich ohne neuerliche Operation nicht auskommen werde. Vor einem Jahr meinte mein Internist es wundere ihn nicht, dass ich Beschwerden habe, so wie der Magen aussieht, wie ein Sack, ständig voll gefüllt, der den Abtransport in den Darm nicht schafft. Der Ultraschallspezialist wunderte sich ebenfalls nicht über meine Probleme nach dem Essen als er die zwei Hindernisse im Dünndarm entdeckte. Vor wenigen Tagen musste ich einen Arzt davon überzeugen, dass ich im Moment keine parenterale Ernährung brauche. Er hielt am letzten Arztbrief fest, wo doch die Ernährung  über dem Port empfohlen wurde. Nein - ich brauche sie nicht mehr. Ich kann es selber kaum glauben. Ich lebe nicht anders als vorher. Es ist einfach geschehen, dass alles gut ist. Wenn es nur vorübergehend ist, dann bin ich trotzdem dankbar für diese gute Zeit.

Die Portkomplikation war durch eine Thrombophlebitis verursacht, die inzwischen abgeklungen ist. Hätte mir das jemand vor zwei Wochen gesagt, dann hätte ich mein Leid geduldiger ertragen.

Seit einer Woche quält mich mein Portkatheder. Heute hab ich erfahren, dass der Chirurg an der geplanten Stelle den Katheder nicht vorschieben konnte. Der Schlauch suchte sich einen anderen Weg über die Halsvene, direkt an meiner Luftröhre vorbei und machte eine Schlaufe nach unten Richtung Herz. Somit war das Ziel erreicht, wenn auch mit Umwegen. Die Schlaufe drückt auf meine Luftröhre und macht ein unerträgliches Gefühl, als würde mich jemand ununterbrochen würgen. Dazu kommen noch Schmerzen. So kann ich nicht leben. Ich bin bereit, den Port noch einmal zu wechseln. Auch wenn es sehr schwer sein wird.

Vor drei Tagen bekam ich den neuen Port. Die Lunge blieb bei der Punktion heil. Aber die Punktion an der Vena jugularis am Hals verursachte eine Schwellung, die auf die Luftröhre drückt. Mit Stunden langem Eis auflegen wird es langsam besser. Eine so kleine Operation macht mich so matsch. Eigentlich dachte ich, dass ich heute entlassen werden kann. Ich hab gar nicht gefragt. Das Zimmer muss ich inzwischen mit drei Pflegefällen teilen.

Heute hab ich nach fast 7 Wochen den PC wieder gestartet und meine 180 Mails durchgeackert. Das Leben hat mich wieder. Aber noch etwas eingeschränkt. Ich hänge fast den ganzen Tag an meinen Infusionen und liege sehr viel. Das Krankenhaus war wie ein Gefängnis. Mein Zustand kettete mich ans Bett. Ich musste die Mitpatientinnen, den Lärm im und außerhalb des Zimmers, verschiedenste unangenehme Gerüche, Lichtquellen und Störungen in der Nacht, Hitze und Beschwerden aushalten. Endlich kann ich die freie Luft von Gumberg atmen. Da sind die körperlichen Einschränkungen gleich leichter zu ertragen.

Die Thermofenster sind geschlossen. Die Rollläden herunten. Die Luft ist schon sehr heiß. Durch die Fenster dringt der Lärm des Kompressors auf der Krankenhausbaustelle. Vom Gang her höre ich Gespräche der Schwestern mit und natürlich jeden Schritt, der bei der offenen Zimmertür vorbeikommt. Das ist hier Stille. Leider ist es immer nur eine Sache von Minuten. Ansonsten unterhalten sich die Bettnachbarinnen in voller Lautstärke oder irgend ein Telefon klingelt. Von den Besuchen zu jeder Zeit ganz zu schweigen. So wichtig für mich die sozialen Kontakte sind, aber ich würde klingelnde Telefone im Krankenzimmer fast verbieten. Seit 5 Tagen darf ich am Nachmittag für ein paar Stunden nach Hause. Dort habe ich wirkliche Stille, die nur von Vogelgezwitscher oder dem gelegentlichen Krähen unseres Hahnes unterbrochen wird. Selbst das Spielen unserer Kinder neben mir empfinde ich als erholsam. Ohne diese Ausgänge würde ich diese Zeit herinnen nicht mehr aushalten.

Morgen  bekomme ich einen neuen Port. Die Ärzte befürchten Komplikationen. Erst nach dem Aufwachen werde ich wissen, wo der neue Port ist.  Möglicherweise am Oberschenkel. Und ich hoffe, dass die wahrscheinlichste Komplikation, die mir angekündigt wurde, Pneumothorax, nicht eintritt.