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Heuwagen
Alltag mit dem Infusionsrucksack
"steriler" Arbeitsplatz in Kenia
1. internationale Wilkie-Treffen 2015
auf der Farm in Kenia
Familienbesuch bei Kanze

Ein kleiner Einblick in unsere Helping Hands Clinic im Busch von Mtwapa/Kenia. 
Bei meinem Arbeitseinsatz versuchte ich ein wenig System und Ordnung in die Clinic zu bringen. Bei manchen kleinen Patienten machte ich einen Hausbesuch in der Hütte, wie bei der kleinen Salma. Ihr Zustand schien sehr schlecht und wir schickten sie zuerst in das staatliche Krankenhaus und dann in ein Privathospital. Kompliziertere Fälle müssen wir in ein Krankenhaus weiter schicken. Das staatliche Krankenhaus behandelt Kinder bis zu 5 Jahren gratis. Besser sind aber die Privatkrankenhäuser. In ein solches (Premier-Hospital) durfte ich eine Studentin begleiten. Dieses Krankenhaus hat westlichen Standard. Hier würde ich mich auch behandeln lassen. Übrigens der kleinen Patientin geht es wieder gut.

 

 

 

Meine Hauptaufgabe ist es, die Clinic auf Vordermann zu bringen. Organisation und System ist nicht gerade eine Stärke der Kenianer. Dazu gehört auch die Reinlichkeit, die zu wünschen übrig lässt. Doch Tesha, unsere Krankenschwester ist mir nicht böse über meine Um- und Aufräumaktion. Über die Montage des Desinfektionsspenders hat sie glücklich gestrahlt. Ich versuche, die Arbeitsplätze möglichst zweckmäßig einzurichten.

 

Letzte Woche waren viele Kinder mit Durchfall und Erbrechen in der Clinic. Da der Malariatest bei allen negativ ausfiel, gehen wir von einem Virus aus. Die kleine dreijährige Salma fanden wir nach drei Tagen Erbrechen apathisch in der Hütte. Ein Venenzugang war nicht mehr zu machen. Wir schickten sie in das öffentliche Krankenhaus. Dort werden Kinder bis fünf Jahre gratis behandelt. Leider machten die nicht einmal eine Blutabnahme. Nach einer neuerlichen Visite letzten Sonntag beschlossen wir, sie in eine Privatklinik zu schicken. Nach einem gründlichen Check bestätigte sich unser Verdacht: Unterernährung und Anämie. Viele Kinder sind unterernährt. Die Vierjährigen sehen aus wie Zweijährige. Wenn es Spenden für Lebensmittelpakete gibt, bekommen die ärmsten Familien Essenspakete. Wir sehen sehr viel Not. Mit den mitgebrachten Spenden versuchen wir zu helfen, wo es am nötigsten ist. Mit Joyceline, die zur Zeit für die Sozialarbeit zuständig ist, haben wir schon Einkaufslisten ausgearbeitet. Viele Kinder liegen auf dem Lehmboden auf Fetzen. Hier können wir in manchen Familien mit Matratzen Abhilfe verschaffen.

 

Der letzte Tag vor den Ferien war sehr stressig. Viele Studenten fragten mich um dies oder das. Dann waren noch die Patengeschenke und Briefe zu verteilen. Nach dem Unterricht wollten wir eigentlich nur kurz in unseren Missionsladen (Kleiderlager) um einem Schüler Schuhe auszugeben. Im Nu standen die Kinder Schlange vor dem Haus. Jeder brauchte Kleidung für zuhause. Nach eineinhalb Stunden beendeten wir die Aktion schweißgebadet.

Auch Kleider sortieren stand auf dem Programm. Das müssen die Volontärinnen beenden. Es gibt einfach noch zu viel anderes zu tun. Neben Familienbesuchen, die noch gemacht werden sollten, müssen auch die Einkäufe bei den Familien verteilt werden.

 

Den Tieren auf der Farm geht es gut. Manchmal dürfen sie das Gelände abgrasen, wo wir wohnen. Da heißt es beim Überqueren aufpassen, dass man nicht in eine Kuhflade tritt, was Marion trotz Taschenlampe gestern passiert ist. Da auf dem eigenen Gelände zu wenig Gras wächst, kauft John unser Farmer in der Nachbarschaft Gras. Eine Muttersau hat ihre Jungen bekommen. Nächste Woche wird wieder geschlachtet. Die letzten Freitage gab es für die Kinder Fleisch zu essen, was für die Kinder ein Festessen ist. An diesen Tagen hat auch Kurti, der kleine Kater seine Feiertage. Er ist die einzige Katze, die Chiko noch nicht erwischt hat. Chiko ist einer der drei Wachhunde, die nachts das große Gelände für sich haben. Er hasst Katzen. Kurti ist dafür zuständig, die Geckos (kleine Eidechsen) und Mäuse unter Schach zu halten. Mit diesen und anderen Tieren, wie zum Beispiel Ameiseninvasionen in der Küche, muss man leben. Marion und ich schaffen das recht gut.

 

Das Wirtschaftsgebäude ist fertig. Es fehlen noch die Fliesen, die am Montag gekauft werden. Das Gebäude wurde von Karibu World, Verein für Kinderhilfe in Freistadt gesponsert. Es besteht aus drei großen Räumen. Einer davon wird der Schlachtraum, die anderen für die Kühlschränke und zur Verarbeitung. Das wird eine große Erleichterung, wenn das Gebäude in Betrieb genommen werden kann. Das Schlachten und die Zerlegung erfolgt ja bis jetzt im Freien.

Letzten Sonntag war ich in der katholischen Kirche, die der Schule am nächsten liegt. Tesha unsere Krankenschwester begleitete mich. Ich war sehr glücklich über diese Gelegenheit. Auch morgen werde ich in diese Kirche gehen. Die Highschool Schüler kommen erst morgen aus den Ferien und der Gottesdienst für die Schüler ist erst um 17 Uhr. Danach gibt es Essen für alle Lehrer. Marion wird das Kochen übernehmen. Ich werde die Küchenhelferin sein.

Das war ein kleiner Einblick in meinen Alltag hier.

Liebe Grüße ins kalte Österreich

PS: In der Clinic hatte es gestern 37 Grad.

 

Die eine Welt: Gottesdienst, Haushalt, meine Mutter betreuen, meinen Vater im Heim besuchen, Kinder beaufsichtigen, Garten und Tiere versorgen und dazwischen etwas ehrenamtliche Arbeit für Afrika oder die Kranken.

Die andere Welt: traurige Kinderaugen in Kenia, hungrige Bäuche, verwahrloste Kleinkinder, von Würmern zerfressene Füße, aber auch glückliches Strahlen, dankbares Anschmiegen, Augen voller Sehnsucht, Gesichter der Dankbarkeit, tiefes Kindergebet.

Mir genügt es nicht, Patin zu sein und ab und zu Geld für Lebensmittel zu geben. Die Clinic ist ein Segen, aber sie kann nur Symptome behandeln. Ich möchte die traurigen Kinderaugen verwandelt sehen.

Hier winkt mir Zuhura zu, aber in ihren Augen ist Leere. Ich möchte diese Augen füllen mit kindlicher Freude. 

Mein Herz pendelt zwischen zwei Welten. Gott alleine weiß es. Und ER gibt mir die Kraft für zwei Welten.

"God will heal you. You will come again next year." Das waren die Worte beim Abschied vor einem Jahr. Ich war wegen eines schweren Portinfektes in einem schlechten Zustand. Mehr als zwei Wochen wurde ich nur mit Flüssigkeit versorgt. Mir war klar, dass ich mit parenteraler Ernährung nicht mehr nach Afrika reisen kann. Es ist zu gefährlich. Umso schwerer fiel mir der Abschied. Ich wusste nicht, ob ich meine Kinder und Freunde noch einmal sehen werde. Dann diese prophetischen Worte. Zuerst war es die Bibelstelle von Mary über die Krankheit und Heilung des König Hiskija (2 Kön 20,1ff). Ich fühlte mich von Gott angesprochen. Ja er wird auch mich heilen. Dann drehte sich Mary zu mir um und sagte: "These words are for you Angela." Ich war so berührt, dass Gott noch eines drauf legt. "Gott wird dich heilen." Diese Zusage behielt ich das ganze Jahr in Erinnerung. Es ging mir immer schlechter. Im September benützte Gott die Hände von Ärzten um mich zu heilen. 

Ich komme wieder. Dieses Mal erstmals ohne Infusionen im Gepäck, ohne zentralen Venenkatheder. Ganz ohne Handycap geht es auch jetzt nicht. Mein Beinödem verlangt Kompressionsstrümpfe und die Folgen einer Fußverletzung verlangen nach einer Schiene. 

"Du wirst nächstes Jahr wieder kommen" -  In 48 Stunden ist es so weit.

Im Februar überwachte ich die letzten Bauarbeiten unserer Clinic und erwartete mit Aufregung die Ankunft unseres Containers. Meine Krankheit hat mich dieses Mal sehr eingeschränkt, da ich mich wegen eines Fieberschubes und Verdacht auch Portinfekt nur mit Flüssigkeit über die Armvenen "ernähren" konnte. Nach zwei Wochen wurde das Finden einer Vene schon sehr schwierig. "I will never give up!" sagte Schwester Hildah jedesmal. Ich lernte unsere Clinic bestens kennen. Und umgekehrt lernte auch die Schwester etwas dazu. 

Inzwischen ist die neue Clinic fertig und seit 1. März werden die Patienten in den neuen Räumen versorgt.