Spiel und Spaß
"steriler" Arbeitsplatz in Kenia
Alltag mit dem Infusionsrucksack
1. internationale Wilkie-Treffen 2015
in der Schulküche
auf der Farm in Kenia
Familienbesuch bei Kanze
Rumänien 2016
Heuwagen
Benedictus-Chor

Zuhura, ein kleines Mädchen habe ich im Kindergarten mit einem schlimmen Jigger-Befall gefunden. Jiggers sind Sandflöhe, die unter der Haut Eier legen. Die Maden fressen sich ins Fleisch und verursachen tiefe Wunden und Infektionen. Ich fuhr mit dem Mädchen in das "Krankenhaus" in der Stadt. Als ich die immer größere Schar von kranken Kindern in der Schule und in ihren Familie sah, ließ mich ein Gedanke nicht mehr los: Da möchte ich etwas tun. Da mich meine Krankheit schließlich selber ans Bett fesselte, hatte ich Zeit zum Nachdenken und Austauschen mit Einheimischen. Eine Vision entstand: ein Gesundheitszentrum. Noch behielt ich alles für mich und legte es Gott hin. Eine Predigt ermutigte mich aber, davon zu sprechen. Dass dieser Wunsch schon lange bei den Leitenden der Schule da war, wusste ich nicht. Offensichtlich hat Gott auf mich gewartet. Und er hat meine Krankheit dazu benützt, diese Vision in mir reifen zu lassen.

      Zuhuras Fuß

"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann Gott etwas Gutes machen."

Irgendwie spürte ich, dass ich wieder nach Kenia fliegen soll. Im Februar 2016 war es wieder so weit. Trotz meiner Einschränkungen konnte ich vor Ort viel tun. Ich war bei der Errichtung einer Farm in der Schule dabei, indem ich meine Erfahrungen beim Stallbau sowie bei der Tierpflege einsetzte. Die Produkte der Tiere sollen die Speisen der Schulküche, die für mehr als 500 Kinder zweimal am Tag ein warmes Essen zubereitet, hochwertiger machen. Mehr auf Facebook

Mit meiner hochträchtigen Kuh auf der Schulfarm

Gestern 31 Grad beim Abflug. Heute brauchten wir wegen starken Schneeverwehungen den Traktor um nach Hause zu kommen. Gut dass ich im Flugzeug trotz Beengung sechs Stunden schlafen konnte. Mein Körper ist schon angekommen. Meine Gedanken möchten gerne noch in Kenia sein, aber der Alltag ist einfach unerbitterlich. 10 Tage ohne Uhr, Telefon und E-Mail waren entspannend. So gerne ich die Technik nütze, habe ich sie ehrlich gesagt jetzt nicht vermisst. Fotos und ein Bericht folgen in den nächsten Tagen oder Wochen :-), denn ich möchte von den Afrikanern ein bisschen lernen. Wir haben die Uhr und sie haben die Zeit.

 

Fast 200 Gäste besuchten unseren afrikanischen Abend, an dem wir unsere Reiseeindrücke und das Schulprojekt "Helping Hands" gemeinsam mit der Direktorin der Schule Dr. Sonja Horsewood an Hand von Fotos präsentierten. Dazwischen machte unser Chor afrikanische Musik. In der Pause gab es afrikanische Häppchen. Es war ein sehr gelungener Abend. Unser Ziel, neue Patenschaften zu gewinnen, haben wir erreicht.

Heute war der letzte ganze Tag in Kenia. Morgen Mittag müssen wir zum Flughafen. Ich habe seit zwei Tagen keine parenterale Ernährung und versuche meinen Flüssigkeits- und Kalorienbedarf auf normale Weise zu decken. Ganz gelingt es nicht, aber ich fühle mich dadurch nicht groß beeinträchtigt. Ich weiß, wie ich damit umgehen muss.
Heute kam Nicky, den wir gestern auf unserem Spaziergang trafen. Er bat gestern um Geld um die Behandlung seines an Malaria erkrankten 3-jährigen Kindes bezahlen zu können. Ich versuchte, möglichst viel Information über sein Leben zu bekommen um abschätzen zu können, ob seine Geschichte stimmt. Sein Kind hätte er zwei Stunden ins Krankenhaus tragen müssen, weil er kein Geld für ein Motorrad-Taxi hatte. Er hätte schon seit dem Vortag nichts gegessen und getrunken, weil er kein Geld für Nahrung und Wasser hätte. Wir erfuhren noch dies und jenes aus seinem Leben. Schließlich gab ihm Poldi Geld für die Behandlung des Kindes und für Lebensmittel. Heute kam er, sich bedanken und uns seine kleine Tochter zu zeigen.

Am Nachmittag fuhr ich mit der Sozialarbeiterin in die Stadt zur Familie von Fatuma. Sie ist in der 7. Klasse und hatte noch keinen Sponsor. Das bin jetzt ich. Sie hat ihre Mutter mit 9 Jahren verloren. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist malen. Das freut mich besonders, da ich auch gerne male. Sie malt mir ein Bild mit den großen afrikanischen Tieren. In der Stadt sind die Kinder noch ärmer, weil ihnen die Freiheit fehlt, die die Buschkinder haben. Außerdem ist es in der Stadt laut und heiß.

Später war ich wieder in der Chorprobe. Am Wochenende sind über 100 Jugendliche hier. Man merkt es kaum. Bei uns zuhause wäre diese Disziplin undenkbar. Augustin, ein Bruder von Poldis Patenkinder ist ein besonders fescher, junger, freundlicher Mann. Mit seinem Freund zusammen haben wir den Fotoalbum von Poldis goldener Hochzeit angeschaut. Es ist eine Freude, diese Jugendlichen zu sehen.

Morgen werden wir am Vormittag Gottesdienst mit den Schülern feiern. Augustin hat ein Theaterstück vorbereitet. Die Chorleiterin hat zwei Lieder einstudiert. Ich begleite mit der Trommel. Mittag müssen wir zum Flughafen. Von Mombasa geht es weg Richtung Adis Abeba mit einer Zwischenlandung in Sanzibar. Leider müssen wir in Adis Abeba 5 Stunden auf den Weiterflug warten. Montag Früh kommen wir in Schwechat an. Ob unsere Seelen dann auch schon angekommen sind, bezweifle ich sehr.

berührendes Lied in Suaheli