in der Schulküche
auf der Farm in Kenia
Spiel und Spaß
Benedictus-Chor
1. internationale Wilkie-Treffen 2015
Rumänien 2016
Heuwagen
Alltag mit dem Infusionsrucksack
"steriler" Arbeitsplatz in Kenia
Familienbesuch bei Kanze

Seit Monaten kämpfe ich mich in den Alltag zurück. Kampf ist vielleicht der falsche Ausdruck, denn kämpfen klingt nach sehr viel Kraftaufwand. Ich lass es geschehen und doch kämpfe ich in einer gewissen Art und Weise im positiven Sinn. Ich habe in den letzten Monaten wieder zu einem Alltag gefunden, der nicht mehr der ist, der er vor dem neuerlichen körperlichen Einbruch war, aber den ich so bis zu einem gewissen Grad akzeptieren kann. Dank parenteraler Ernährung konnte mein Körper wieder zu Kräften kommen. Die Kraft reicht aber meistens nur für ein paar Stunden. In solchen Stunden kann ich oft hören: "Du siehst nicht krank aus. Du bist eh nicht krank. Gell du bist gesund!" oder "Du hast dein Leben voll im Griff. Du kannst aus dem Vollen schöpfen." Ich weiß nicht, soll ich mich darüber freuen oder soll ich beleidigt sein. Tatsache ist, dass ich mich von solchen Menschen nicht ernst genommen fühle. Ich brauche kein Mitleid. Ich möchte aber mit meiner Krankheit ernst genommen werden.

Wenn ich in der Nacht Stunden lang wach liege, weil ich Schmerzen habe, sieht das keiner. 

Wenn mir in der Früh Stunden lang Übelkeit und Erbrechen das Leben schwer machen, bemerkt das niemand.

Wenn ich vor Müdigkeit und Erschöpfung den Alltag unterbrechen muss, weiß das auch keiner. 

Wenn ich eine Autofahrt an einer Raststätte beenden und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden muss, interessiert das viele nicht. 

Wenn das Lymphödem am Bein gehen kaum mehr möglich macht, schauen die meisten weg. 

Wenn ich mich an vielen Tagen dem Alltag nicht mehr gewachsen fühle, meinen viele, ich hätte mein Leben voll im Griff. 

Wenn ich vereinbarte Termine absagen muss, meinen manche, ich hätte keine Lust dazu. 

Wenn ich jemanden brauche, der meine Besorgungen erledigt, meinen manche, ich schöpfe aus dem Vollen. 

Nicht alles müssen die Menschen wissen. Nicht alles brauchen sie mitbekommen. 

Ich stelle mein Krankheit nicht in den Mittelpunkt. Mein Leben besteht nicht nur aus Krankheit. 

Trotzdem möchte ich damit ernst genommen werden. 

Keiner und niemand - ausgenommen meine engste Familie. Sie ist meine große Stütze.

Dort werde ich ganz normal behandelt. Es wird ohne viele Worte auf mein Handicap Rücksicht genommen.